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Das Mahnmal für die Flüchtlinge


gewidmet den Opfer vonn Flucht vor Krieg, Verfolgung, Vertreibung, Klimawandel und Migration

Derzeit gibt es mehr als 60 Millionen Flüchtlinge auf der Welt, Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben, um Krieg, Verfolgung und Mord zu entkommen, aber auch Armut und das Fehlen jeglicher Perspektiven.

Flüchtling ist ein Sammelbegriff für Personen, die ihre Heimat wegen politischer Zwangsmaßnahmen, Kriegen oder lebensbedrohlicher Notlagen vorübergehend oder dauerhaft verließen.
Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, die Grundlage des internationalen Flüchtlingsrechts ist, benutzt einen enger gefassten Flüchtlingsbegriff: Danach gilt als Flüchtling eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt“. Personen, die aufgrund der Genfer Flüchtlingskonvention als Flüchtlinge anerkannt wurden, werden auch als „Konventionsflüchtlinge“ bezeichnet.
In der Regel flüchten diese Personen in ein Flüchtlingslager oder in ein urbanes Zentrum, um dort Asyl, Schutz und Unterstützung zu suchen. Mehr als 60 % der Flüchtlinge und 80 % der intern vertriebenen Personen leben in urbanen Zentren.
Die europäische Flüchtlingskrise ab 2015 steht im Kontext einer globalen Zunahme der gewaltsam Vertriebenen. Die Migrationsforschung hatte die Zunahme seit Jahrzehnten vorhergesagt und Bevölkerungswachstum, ökonomische Ungleichheit, niedrige Einkommen, strukturelle Arbeitslosigkeit und langwierige regionale Konflikte als begünstigende Faktoren dafür genannt.[43] An erster Stelle der Fluchtursachen steht laut Stefan Luft akute Gewalt gegen Zivilisten durch Kriegsparteien oder paramilitärische Gruppen, darunter schwere Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts, ferner alle Arten von Verfolgung, wirtschaftliche und soziale Verelendung, menschengemachte und Natur-Katastrophen, Klimaveränderungen, Folgen von Großprojekten oder Ausbeutung von Bodenschätzen. Heute setzten viele militärische Gruppen Gewalt gegen einzelne Bevölkerungsgruppen ein, um Rechtsstaatlichkeit zu zerstören und gesetzlose Verhältnisse für ungestörte Gewinnmaximierung zu schaffen oder zu wahren.

Zu den besonderen Ursachen der Flucht nach Zentraleuropa gehören der Bürgerkrieg in Syrien, das Vorrücken und Anschläge der Taliban im Rahmen des Kriegs in Afghanistan sowie der Terrororganisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien, humanitäre Versorgungskrisen in Syriens Nachbarstaaten, bewaffnete Konflikte und humanitäre Krisen in Somalia, Sudan, Südsudan, Eritrea, Nigeria, der Krieg in der Ukraine seit 2014 sowie Armut und Arbeitslosigkeit in vielen Westbalkanstaaten. Zu den Faktoren, die die Flucht nach Zentraleuropa schubweise verstärkten, gehören der Zerfall von „Pufferstaaten“ wie Libyen, die relative politische Stabilität in reicheren Staaten Europas und die zeitweise Aussetzung der Dublinregeln in der EU.

Der starke Anstieg im Sommer 2015 ging wesentlich auf akute Versorgungsengpässe in Flüchtlingslagern um Syrien zurück: Nachdem Staaten ihre Hilfszusagen an das UNHCR nicht eingehalten hatten (Deutschland etwa halbierte diesbezügliche Beiträge 2014), war der auf 1,3 Milliarden angesetzte UNHCR-Plan für syrische Flüchtlinge im Frühjahr 2015 nur zu 35 % finanziert. Folglich musste das UNHCR die ohnehin bescheidenen Zahlungen an regionale Flüchtlingslager kürzen, so dass deren Versorgung großenteils den Nachbarstaaten zufiel. Laut Paul Collier (Ökonom) und Alexander Betts (Migrationsforscher) ist das Versagen der internationalen Staatengemeinschaft, den Aufnehmerstaaten um Syrien angemessene und rechtzeitige Hilfen zukommen zu lassen, inzwischen (2017) als schwerer moralischer und praktischer Fehler anerkannt.

Die Menschen in Europa sprechen derzeit von der “Flüchtlingskrise”, als würden die Flüchtlingsströme zufällig kommen. Tatsächlich bereiteten Europa und die alten europäischen Kolonialmächte, z. B. Großbritannien und Frankreich, und in geringerem Umfang Spanien und Portugal den Boden für alle gegenwärtigen Konflikte, Kriege und Bürgerkriege im Nahen Osten, Asien und Afrika. Als die Kolonialmächte die Bühne verließen, lösten sie nach dem Zweiten Weltkrieg andere imperiale Mächte – wie die USA, die Sowjetunion, aber derzeit auch China – ab und setzten die Machtspiele auf Kosten der dort ansässigen Bevölkerung fort. Sie speisten zum Beispiel die gegenwärtigen, vom Islam dominierten Mächte im Nahen Osten und ihr Hauptinstrument zur Aufrechterhaltung und Erweiterung der Macht, des Terrorismus.

Ein großer Teil aller Millionen Flüchtlinge weltweit muss jedoch aufgrund des Klimawandels, der durch die globale Erwärmung verursacht wird, das Heimatland verlassen. Die Auswirkungen auf den Lebensraum sind in Südamerika, Afrika und Asien bereits dramatisch. Immer mehr Menschen werden in die Regionen der Welt ziehen, die bessere Überlebensbedingungen versprechen.

Auch wenn die derzeitige Flüchtlingskrise als die größte seit dem Zweiten Weltkrieg angesehen werden kann, stellt die Migration von Menschen kein neues Phänomen in der Geschichte der menschlichen Zivilisation dar, sondern war sogar eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der menschlichen Spezies. Das Phänomen der Migration war immer eine neue Ära, eine Erneuerung und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen menschlichen Zivilisationsebene. Was kommt als nächstes?

Die Refugee Film Collection mit Videos von 70 Künstlern, initiiert 2015 von Wilfried Agricola de Cologne, dem Kölner Medienkünstler und Kurator, aus Anlaß der internationalen Flüchtlingskriese, konzentriert sich auf die menschliche Dimension, da die Flüchtlinge Menschen sind, die gezwungen sind, ihr Heimatland zu verlassen und Zuflucht, Schutz und Perspektiven für das Überleben an anderer Stelle zu fi9nden. Haben oder haben sie das “versprochene Land” gefunden – vorübergehend oder für immer?

Künstler und Videomacher aus der ganzen Welt zeigen diese menschliche Dimension und die Vielfalt der Gründe und Beweggründe, Flüchtlinge zu werden. Die Sammlung wird einzeln und insgesamt im Rahmen des großen Ausstellungsprojekts “The W:OW Project – Wir sind eine Welt” – http://wow.engad.org – präsentiert.

2017 wurde die Filmsammlung in das Mahnmalproject – “The Refugee Memorial” umgewandelt, welches der Opfer von Flucht und Migration und deren Ursachen gedenkt.

2018 wurde “Das Mahnmal für die Flüchtlinge” Bestandteil des Medienkunstvorhabens “Die 7 Mahnmale für die Menschlichkeit”http://7mfh.a-virtual-memorial.org

The Refugee Film Collection


Teilnehmende Künstler

Wilfried Agricola de Cologne (D), Paolo Bandinu (I), Aline Biasutto (F), Inês von Bonhorst (Pt), Quentin Bruno & Clé Hunnigan (B), RC Campos (Ruy Cézar Campos Figueiredo)(BR), Cristobal Catalan (ES), Zlatko Cosic (Bosnien), Manuel Granados (ES), Stephan Groß (D), Farid Hamedi (Rohina) (Iran), Samantha Harvey (UK), Beate Hecher/Markus Keim (AT), Paul Heintz (F), Amir Kabir Jabari (Syrien), Haleh Jamali (UK), Panagiotis Kalos (GR), Anni Kaltsidou (GR), Fenia Kotsopoulou (GR), Anna Knappe (NO), Mariken Kramer (NO), Hermes Mangialardo (Italy), Miss Muffett aka Lisa Seidenberg (USA), Brigitte Neufeldt (Germany), Marc Neys (Belgium), Pekka Niskanen (Finland), Nelton Pellenz (BR), William Peña Vega (CO), Maciej Piatek (PL), Rrose Present (ES), Mauricio Saenz (MX), Ausin Sainz (ES), Ayelet Salter (IL), Gabriele Stellbaum (D), George Symeonidis, Artemis Stathakou (GR), Jan Szewczyk (PL), Karin Till (AU), Theodoris Trampas (Greece), Aliénor Vallet (F), Parya Vatankhah (Iran/F), Yovista Ahtajida (Indonesia), Mo’ Mohamed Benhadj (AL), Sean Burn (UK), Gabin Cortez Chance (USA), Stephen Chen (CA), Oksana Chepelyk (UKR), Citron | Lunardi (Selene Citron and Luca Lunardi) (I), Virginia Eleuteri Serpieri (I), Anna Faroqhi & Haim Peretz (D), Johannes Christopher Gérard (D), David Gutema Gamatchis (HU), Grace Graupe-Pillard (USA), Jake Martin Graves (UK), Silvia De Gennaro (I), Sana Ghobbeh, Silvia Amancei, Bogdan Armanu (Iran), Florentia Ikonomidou (GR), Lucija Konda Labas (CR), Elena Knox (Aus), Maria Korporal (NL), Les Riches Douaniers (Gilles Richard & Fabrice Zoll) (F), Daniela Lucato (I), Nenad Nedeljkov (SR), Isabel Pérez del Pulgar (ES), Simone Stoll (D), Gabriele Stellbaum (D), Mohamed Thara (Marokko), Daniel Wechsler (IL), Jana Wisniewski (AT), Masha Maria Yozefpolsky (IL), Monika Zywer (PL), Susan Bruce (Aus), Christian Wodstrup Christiansen (DK), Zlatko Cosic (Bosnien/USA), Irene Curik (CR), Abdoul-Ganiou Dermani (Togo), Eda Emirdağ (TR), Piotr Filipiuk (PL), Sonia Guggisberg (BR), Felice Hapetzeder (SWE), Alessandro Inglima (I), Ma Kapoka (I), Hamza Kirbas (TR), Ulf Kristiansen (NO), Enoh Lienemann (D), Francesca Lolli (I), Kalli Paakspuu (CA), Carles Pamies (ES), Lisi Prada (ES), Elsa Trzaska (FI), The Unstitute (UK/ES), Angelina Voskopoulou (GR), Abe Abraham (USA), Zaher Alchihabi (Syrien), Vito Alfarano (I), Dimitris Argyriou (GR), Mathilde Babo (F), Paul Barrios (CO), Boutheyna Bouslama (Tunisien), Mike Celona (USA), Fu LE (F), Reza Golchin (Iran), Mohammed Harb (Palästina), Barbara Hasenmüller (D), Eri Kassnel (D), Albert Merino (ES), Filomena Rusciano (I), Cigdem Slankard (TR/USA), Alienor Vallet (F), Lioba von den Drisch (D), Sebastian Weimann (D)